samsungssdsmallSolid State Drives haben zumindest den Ruf, trotz immer ausgefeilter Schreibalgrorythmen schnell die maximale Anzahl an Schreibvorgängen erreicht zu haben. Es gibt aber Rechnungen, dass selbst auf einem nicht auf SSD-Nutzung abgestimmten System, die Speicherchips bei durchschnittlicher Nutzung mindestens 10 Jahre halten. Aufgrund des hohen Preises möchte ich jedoch kein Risiko eingehen und habe mich mal nach ein paar optimierungen umgeschaut. Eine recht umfangreiche Anleitung existiert bereits im OCZ Forum.

Da ich hier nicht jeden einzelnen Tweak ausführen möchte, dabei hilft Google, hier ein paar Stichpunkte, was die Lebensdauer verlängert und z.T. Geschwindigkeit einer SSD verbessert:

  • Auslagerungsdatei deaktivieren (Falls es keine Komplikationen bringt / Genügend Ram vorhanden ist [min. 1, besser 2GB])
  • Sinnvoller als das komplette deaktivieren ist evtl. das Auslagern des Kernels zu unterbinden und Windows zu sagen, es soll die Auslagerungsdatei seltener nutzen:
    In Regedit:
    [HKEY_LOCAL_MACHINE \System \CurrentControlSet \Control \Session Manager \Memory Management]
    DisablePagingExecutive = 1 (1 = Force to RAM, 0 = Allow to page, Default = 0)
    und in der System.ini folgenden Eintrag unter [386Enh] ergänzen:
    ConservativeSwapfileUsage=1
  • Firefox Cache auf Ramdisk legen (Achtung: kritische Daten sind bei Systemabsturz weg!): z.B. von MS / AR-Soft oder unter Linux
    Nachtrag: es reicht wohl in about:config folgendes: browser.cache.disk.enable auf False
    browser.cache.memory.enable auf True und
    dank Simons Kommentar weiß ich jetzt, dass browser.cache.memory.capacity (und nicht disk.***.) auf bis zu 64MB, also 65536 gesetzt werden kann, um den zugeteilten Cache im Arbeitsspeicher festzulegen.)
    Noch radikaler ist z.B. per Batch den Firefox Portable auf die Ramdisk zu kopieren und vor dem Herunterfahren wieder zurück auf die Platte zu schreiben.
  • Betriebssystem, was den TRIM-befehl unterstützt nutzen (Performance- und Lebensdauergewinn): ab Kernel 2.6.28 (Dezember 2008) und in Windows7
  • Prefetching abschalten (Lebensdauer – SSDs haben keinen Lesekopf, daher kein Geschwindkeitsverlust): HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\Session Manager\Memory Management\PrefetchParameters -> dort: DWORD “Enable Prefetcher 0
  • Alignmnet optimieren (2) – Damit die Speichereinteilung mit der internen Speichergröße übereinstimmt (Lebensdauer) -> Optimalerweise 64kb oder 128 Sektoren. Alignment mit GParted: 1. Haken weg bei “Align to Cylinders” 2.  1MB (1024kb = Vielfaches von 64kb) Am Anfang freilassen, wie Windows7 es tut.
  • Datum des letzten Dateizugriffs aktualisieren abschalten (Lebensdauer) Windows: fsutil behavior set disablelastaccess 1 / Linux: noatime statt relatime und nodiratime in die /etc/fstab eintragen
  • Laufwerksindexierung abschalten (Geschwindigkeit / Lebensdauer)
  • NTFS Change Journal abschalten Windows:  fsutil usn deletejournal /d  Linux: ext2 verwenden, ext4 ab 2.6.29 mit deaktiviertem journaling (data=writeback in fstab)
  • Ruhezustand deaktivieren (Spart platz und verhindert das Schreiben des kompletten Rams auf die Platte bei jedem Ruhezustand – Komplett booten geht sowieso ziemlich schnell mit einer SSD)
  • Systemwiederherstellung deaktivieren (http://support.microsoft.com/kb/310405)

Wie Chip schon zu dem Thema schreibt, sollte man es aber nicht übertreiben und nur die Einstellungen treffen, die einen nicht zu sehr einschränken.