win7Nachdem ich gestern Windows 7 Installiert habe, war ich natürlich gespannt, wie häufig das System auf die Festplatte zugreift, zumal ich eine SSD habe und die nur eine begrenzte Anzahl von Schreibzugriffen verkraftet. Die Unterstützung von SSDs war immerhin für mich eines der größten Argumente für Windows7.

Anscheinend erkennt das neue Windows SSDs nicht anhand von Herstellerdaten, sondern durch einen Performancetest. Schneidet die Platte gut genug ab, (zwischen 6,5 und 7,9), werden automatisch Prefetching, Superfetching, Defragmentierung und Indexierung deaktiviert. Außerdem wurde die Blockgröße des Dateisystems angepasst, um die Speicherblöcke auf der SSD nicht halb zu beschreiben. Zuletzt wird Trim aktiviert, was nicht benutzten Speicher auch tatsächlich wieder freigibt.
Die bei der Installation automatisch vorangestellte Extrapartition von 100MB ist, nicht wie von mir zuerst irrtümlich angenommen für das Alignment, sondern ausschließlich für Systemdateien gedacht.

Bei mir war nach der Erstinstallation leider Defrag aktiviert, die Indexierung nicht abgestellt und auch Prefetching/Superfetching an. Irgendwas war also schiefgelaufen. Zu langsam war höchstens das Netbook, nicht die SSD. Die Optionen sind per Hand zwar schnell eingestellt, aber wie sieht es mit Trim aus? Wo kann man nachschauen, ob das an ist? Im OCZ Forum fand ich die Lösung.
Man öffnet die Startleiste, gibt cmd ein und klickt den Eintrag mit der rechten Maustaste an und klickt auf “Ausführen als”. Die Abfrage startet man dann per fsutil behavior query disabledeletenotify

Bei mir kam “= 0″ heraus, was bedeutet, dass zumindest Trim aktiv ist.

Den der Systempartition vorangestellten Speicher kann man sich per wmic partition get startingoffset zeigen lassen.

Dass leider doch noch eine Menge Schreibzugriffe stattfinden, kann man sich mit dem ProcessExplorer unter Tools -> File Summary in der Spalte Writes ansehen.
Mal schauen, was sich durch Abschalten von Diensten noch erreichen lässt.

Am Ende wäre es schön gewesen, wenn Microsoft in der Systemsteuerung eine Option für die manuelle Aktivierung sämtlicher SSD-Optimierungen angeboten hätte. Unter Linux wär mir das alles nicht passiert ;) . Ich bin im Großen und Ganzen, trotz schwachem Atom N270, sehr zufrieden mit der Performance und den neuen Startleistenfunktionen.

Update: Im OCZ Forum gibt’s einen SSDTweaker, der die wichtigsten Tweaks automatisch durchführt.

Viele Windows XP Tips aus meinem letzten Post zu SSDs funktionieren übrigens auch unter Windows7.